ACHTUNG - Nutzung von Google Analytics widerrechtlich???

11.01.2011

Datenschützer bricht Verhandlungen mit Google über Analytics ab. Musterprozesse und Bußgelder gegen Nutzer von Google Analytics werden in Erwägung gezogen.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Hamburg Johannes Casper hat die seit November 2009 andauernden Verhandlungen mit Google über sein Webanalyse-Tool abgebrochen:
Trotz der Nachbesserungen entspricht das Analysewerkzeug nicht den Datenschutzanforderungen. Webseitenbetreiber, die Google Analytics einsetzen, könnten rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Der Datenschützer kritisiert, dass Google Analytics die IP-Adressen der Webseitenbesucher erfasst, ihre Aktionen auf der Webseite oder in dem Webshop protokolliert und an Server in den USA sendet. Aus diesen Daten könnten sich individuelle Bewegungsprofile erstellen lassen, die sich mithilfe der IP-Adresse bestimmten Personen zuordnen lassen.

Im Mai hatte Google zwar den Nutzern von Analytics die Möglichkeit gegeben, die IP-Adressen bereits bei der Erfassung zu anonymisieren. Dazu muss der Tracking-Code um eine Zeile ergänzt werden. Eine komfortablere Möglichkeit, zum Beispiel bei der Generierung des Tracking-Codes, bietet Google jedoch nicht.

Darüber hinaus stellte der US-Konzern Browser-Plug-ins für Internet Explorer, Chrome und Firefox bereit, die auf Seiten der Webseitenbesucher das Erfassen der IP-Adresse unterbinden. Für andere Browser wie zum Beispiel Opera, Apples Safari oder verschiedene Linux-Browser gibt es jedoch kein solches Opt-Out, kritisiert Johannes Casper gegenüber der FAZ. "Wir müssen deutlich sagen: Was Google anbietet, reicht nicht", erklärt Casper und fährt in Hinblick auf die fehlenden Plug-ins fort: "Dadurch werden etwa zehn Prozent der Internetnutzer in Deutschland von dieser Widerspruchsmöglichkeit ausgeschlossen." Zudem sollen auch bei Nutzern, die der Erfassung der IP-Adresse widersprechen, die Daten an Google übertragen werden.

Fazit

Webseitenbetreiber, die auch weiterhin Google Analytics einsetzen, könnten durch den Abbruch der Verhandlungen nun wieder Bußgelder drohen. Außerdem zieht der Datenschutzbeauftragte Musterprozesse gegen Nutzer des Dienstes in Erwägung.

Quelle: dah/Internet World Business (11.01.2011 09:13)

 
 
 

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